60 Jahre Niederhainer Karnevalsclub – Eine Zeitreise voller Herzblut
Die Anfänge: Wie alles begann (1964–1965)
Im Sommer 1964 feierten die Niederhainer das Rosenfest. Inmitten der ausgelassenen Stimmung entstand die Idee: „Wenn wir so etwas Großartiges wie das Rosenfest auf die Beine stellen können, warum sollten wir dann nicht auch Fasching feiern?“ Zu den Initiatoren gehörten Friedheim Nitsche, Klaus Gleitsmann, Bernd Pötzsch und ihre Truppe. Schon ein Jahr später, 1965, hieß es: „Auf zum Karneval nach Niederhain!“ Der Fasching war geboren.
Der große Saal bei Kießhauers, damals Konsum-Gaststätte, bot 500 Sitzplätze, doch 700 Menschen kamen und feierten ausgelassen. Die Bewirtschaftung des großen Saales und der dazugehörigen Räume lag in den Händen von Lothar Müller, seiner Frau Marlis und den vielen Helfern. 1965 wurde aus dem Faschingsverein der Niederhainer KarnevalsClub (NKC), und Rolf Müller übernahm bis 1990 das Präsidentenamt.
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- Die wohl erste Schlüsselübergabe auf einem Foto festgehalten.
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- Der erste Fasching 1964 u.a. Christian Wildenhain, Klaus Thieme, Günter Spangenberg, Friedheim Nitsche, Bernd Pötzsch, Doris Gleitsmann, Helmut Rösler, Karli Müller, Inge Engert
Die wilden Jahre: Gemeinschaft, Kreativität und erste Traditionen (1965–1985)
Vier Wochen lang wurde der große Saal geschmückt – eine Aufgabe, die vor allem die Männer übernahmen, sehr zum Leidwesen ihrer Frauen, die sie nachts müde nach Hause kommen sahen. Noch heute schmücken die Girlanden von damals die Straßenschänke, und der Blumenkorb in der Mitte ist ein Relikt aus dieser Zeit. Karl Müller, Ehemann von Hermine Kohl-Müller, malte zahlreiche Bilder mit zweideutigen Episoden, die später von Rolf Taube neu gerahmt wurden und heute wieder als Dekoration dienen.
In den 1970er Jahren fuhren die Narren jedes Jahr nach Stollberg zur Firma Oskar Bankwitz, um Hüte, Kappen und Faschingszubehör zu kaufen. Diese wurden weiterverkauft, um die Vereinskasse zu füllen. Die Faschingssaison stand stets unter einem Motto, das beim Rat des Kreises Altenburg zur Prüfung vorgelegt werden musste. 1983 etwa lautete das Motto „Reportagen live mit ZDF und NDR“, was zu Erklärungsbedarf führte: ZDF stand für „Zentrales Dorf Fernsehen“ und NDR für „Niederhainer Dorf Rundfunk“.
Die Vereinsmitglieder kleideten sich dem Motto entsprechend – als Seemänner, Mexikaner oder Ritter. 1974 hieß es: „Ja, so warn’s die alten Rittersleut“. Die Kostüme, aus dem Theater geliehen, waren alt, schwer und rochen nicht besonders angenehm. Eine Maskenbildnerin klebte den Männern Bärte an, die aus einzelnen Büscheln bestanden und für viel Gelächter sorgten, als die Frauen ihre Männer nicht mehr erkannten. Noch heute kommen die damaligen Rittersleut ins Schwärmen, wenn sie von diesem Fasching erzählen. Selbst auf alten Fotos fällt es schwer, den einen oder anderen zu erkennen.
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- Mitglieder des Vereins
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- Verkauf von kappen und Faschingsbedarf u.a. Doris Gleitsmann, Christa Müller, Werner Rosin
Über viele Jahre prägten Persönlichkeiten wie Friedheim Nitsche, Klaus Gleitsmann, Wolfgang Zeißig, Dieter Schnabel, Bernhard Herzog, Karl Müller, Klaus Steinbach, Wolfgang Nitsche, Gerhard Thiel, Karli Müller, Rainer Rosin, Helmut Gräfe, Helmut Rößler, Rolf Müller, Klaus Engert, Christian Wildenhain, Werner Rosin, Bernd Böttcher, Reinhard Lipfert, Rainer Graichen, Matthias Görth und Rolf Börngen die Faschingsgruppe. Der eine oder andere hörte auf, ein neuer kam dazu. Es war ein Privileg, beim Fasching dabei sein zu dürfen. Gefragt waren Zimmermänner, Maler, Elektriker, Schlosser und wer handwerklich begabt war oder Organisationstalent besaß.
Ein abgesperrter Bereich neben der Bühne, der Laubengang, war nur Mitgliedern vorbehalten. Auf einem Sägebock lag ein Bierfass, sodass niemand Durst leiden musste. Nach dem Fasching gab es stets Ausflüge – zu Fuß, mit dem Bus oder Zug – in die nähere und weitere Umgebung. Ziele waren unter anderem Lützen, Schweinsburg-Crimmitschau-Werdau, Kohrener Land oder das Muldental mit Wanderung zur Rochsburg.
Neue Impulse und erste Programme (1985–1990)
1985 wurde erstmals ein komplettes Programm auf die Beine gestellt: Die Tanzmädels von Roswitha Hofmann, ein Prinzenpaar, Feuerwehr, Sportverein und ortsansässige Betriebe sorgten für Unterhaltung. Inge Engert, Isolde Kühn und Christa Müller fuhren mit einem Handwagen über den Saal und verkauften Fettbemmen an die Gäste – Brote, längs aufgeschnitten und mit selbstausgelassenem Griebenfett geschmiert. Das Motto lautete: „Wir sind die lustigen Handwerkersleut‘ und haben am Karneval unsere Freud.“ Der Saal war brechend voll.
Ralf Dittel kam als Gärtner, Herrmann Heimer als Willi Berger mit Zigarre und Fahrrad, Werner Rosin als Fleischer, Ursel Weber als Post, Werner Dietze als Bäcker, Petra Krause als Verbandmittelfabrik, Christina Gerth als Kistenfabrik, Reiner Graichen stellvertretend für die Zimmermänner und Fensterbauer. Heike Heuduck mit Bauchladen als fliegende Händlerin, Jörg Kühn, Mario Rosin und Enrico Kupke fuhren auf Holzrädern und einem Einrad durch den Saal. Die Feuerwehr stellte einen Einsatz der besonderen Art nach und hatte damit die Lacher auf ihrer Seite. Die Tanzgruppe verzauberte die Gäste mit ihren schönen Tänzen. Aber nicht zu vergessen die vielen Helfer im Hintergrund, ohne sie wären die vielen Veranstaltungen, auch in der Vergangenheit, gar nicht möglich gewesen. Der Elferrat bestand 1985 aus Präsident Rolf Müller, Gerhard Thiel, Klaus Steinbach, Klaus Engert, Rainer Meier, Rainhard Lipfert, Matthias Görth, Rolf Börngen, Achim Daniel, Thomas Heuduck und Karlheinz Kühn. Das erste Prinzenpaar war Sylke Wittig und Carsten Helbig. Die Veranstaltung war so erfolgreich, dass beschlossen wurde, jedes Jahr ein Programm zu machen.
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- Elferrat mit Prinzenpaar 1985
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- 1985 „Die Niederhainer Handwerker‘sleut„
Wegen baulicher Mängel wurde der große Saal ab 1986 gesperrt, und der Fasching fand fortan im Speisesaal statt. Es folgte ein Generationswechsel: Viele langjährige Mitglieder machten Platz für die nächste Generation. Der Elferrat zog sich nach dem Einmarsch um, und das Programm begann mit der Tanzgruppe. Bis 1994 gehörten zum Niederhainer KarnevalsClub: Rolf Müller, Karlheinz Kühn, Rainer Meier, Matthias Görth, Werner Rosin, Reinhard Lipfert, Rolf Börngen, Carsten Helbig, Thomas Peiselt, Wilfried Nitzsche, Jörg Müller, Thomas Heuduck, Jörg Büttner, Werner Rosin, Achim Daniel, Wolfgang Möller, Jörg Kühn, Frank Lichtenstein, Jens Müller, Rene Heimer, Lars Heimer, Sören Rother, Ronny Händel und Olaf Zielke – und natürlich auch die vielen Ehefrauen im Hintergrund.
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- Tanzgruppe im Speisesaal Janett Gräber, Ivonne Steinhart, Melanie Hohlfeld, Mandy Hohlfeld
Klein wurde angefangen, mit kurzen Sketchen, u.a. den „Niederhainer Plauzern“, „Skispringen“, der „Schwarzwaldklinik“, Mini Playback Show und den Tanzmädels. Im Herbst 1988 übernahm Sibylle Peiselt die Tanzgruppe als Trainerin mit den Tanzmädels Mandy Hohlfeld, Anett Schreiter, Janett Lichtenstein, Janett Gräber, Melanie Hohlfeld, Ivonne Steinhardt, Cornelia Müller und Manja Sterl. Roswitha Hofmann war es zeitlich nicht mehr möglich, AG Volkstanz und Tanzgruppe NKC zu trainieren. Dem Motto wollte man unbedingt beim Programm treu bleiben und mit wenigen Kostümen, selbst aufgenommener Musik und Kassettenrekorder dennoch den Gästen ein tolles Programm bieten. Das war auch die Zeit, als Lotte (Heike Heuduck) und Hildegard (Grit Zielke) aus einer Blödelei heraus geboren wurden. Seitdem gehören die beiden mit der Tanzgruppe zum festen Bestandteil des Faschingsprogramms. Von nun an gab es eine oder auch zwei Figuren, die zum Motto passten und dann durch das Programm führten. Angefangen hat alles 1989 mit Don Quichote (Carsten Helbig) und Sancho Panza (Heike Heuduck). Das wurde bis heute beibehalten.
Aber nicht nur in Niederhain wurde das Programm gezeigt, auch in Lohma zum Fasching oder Lumpenball war der NKC ab 1987 fester Bestandteil, bis es keinen Saal mehr gab. In Lohma war es immer sehr schön, der Verein war nicht Veranstalter, zeigte das Programm und konnte dann ausgelassen feiern. Die Versorgung mit Getränken funktionierte in Lohma immer hervorragend – ein großes Dankeschön an den KSV!
1989 wurde das 25-jährige Jubiläum gefeiert. Da kein Saal zur Verfügung stand, wurde die Jubiläumsfeier mit allen befreundeten Faschingsvereinen des Kreises Altenburg im Eisenbahner Heim begangen, das der Rasephaser Carnevalsclub freundlicherweise zur Verfügung stellte. Am 11.11.1989, um 11.11 Uhr, einem Samstag, eröffnete der NKC die Faschingssaison 1989/90 mit dem Überfall der „Olsenbande“ auf die HO am Teich. Matthias Görth, Thomas Peiselt und Reiner Meier versuchten mit Blitzknallern bewaffnet an den Tresor der HO zu kommen, scheiterten aber an der Gegenwehr der Verkäuferinnen.
Die Wende und neue Wege (1990–1995)
Mit der Wende 1990 musste sich der Verein neu organisieren. Pia Lipfert wurde Präsidentin, Karlheinz Kühn ihr Stellvertreter. Das war sehr aufwendig, und so war man froh, 1991 als Abteilung Fasching dem SV 1949 Lgl-Niederhain beitreten zu dürfen. Von nun an war Dr. Karlheinz Kühn Präsident. 1991 und 1992 hatte die Gaststätte in Kießhauers Gasthof einen neuen Pächter, die Gaststätte hieß zuerst „Zum Engel“ und später dann „A Team“, da gab es dann auch zum ersten Mal Kinderfasching. Als der Pächter sich 1993 aus dem Staub gemacht hatte und wegen fehlender Räumlichkeiten kein Fasching möglich war, nutzte man die Möglichkeit, wenigstens in der Schule auf den Gängen 1994 einen Kinderfasching durchzuführen. Not macht erfinderisch.
In dieser Zeit wurde in der Straßenschänke schon fleißig gearbeitet, um ein Gemeindezentrum zu schaffen. Anfang der 90er Jahre setzten sich unter anderem Dr. Karlheinz Kühn, Karlheinz Heilmann, Reiner Meier, Rolf und Angelika Taube, Werner Brose und Rolf Petzold zusammen, um aus dem Saal der Straßenschänke ein neues Sport- und Vereinszentrum zu machen. Mit Hilfe von Fördermitteln, Unterstützung der Gemeinde, aber noch mehr Eigenleistung und noch mehr Stunden Freizeit wurde der Saal des „Gemeindezentrums Straßenschänke“ 1995 fertiggestellt. Es verbesserten sich die Trainings- und Wettkampfbedingungen für die Radballer, aber auch der Niederhainer Karnevalsclub hatte dadurch ein festes Domizil für die Proben und Veranstaltungen bekommen.
Die Straßenschänke wird zur neuen Bühne (1995–2005)
Im Februar 1995 fand der erste Fasching in der Straßenschänke statt. Präsident war Karlheinz Kühn, zum Elferrat gehörten von nun an Ehrenpräsident Rolf Müller, Rainer Meier, Matthias Görth, Carsten Helbig, Jörg Kühn, Rene Heimer, Wolfgang Möller, Wilfried Nitsche, Olaf Zielke, Ronny Händel, Thomas Peiselt, Jens Müller, Sören Rother, Lars Heimer, Klaus Hofmann, Jan Görth, Sören Lipfert und Frank Lichtenstein. Die Tanzgruppe trainierte Sibylle Peiselt. Zu den Tanzmädels gehörten 1995 Melanie Hohlfeld, Susan Lach, Carolin Nitsche, Bettina Reinhold, Annett Schreiter, Theresa Burgold, Gitte Vogel und Antje Heimer. Später kamen Susann Görth, Cathleen Hecker, Katrin Börngen, Nicole Mahn, Mandy Schneidereit, Jessica Vogel, Ivonne Lausch, Johanna Stahl und Lucie Seltmann dazu.
Mit von Hand gemalten Eintrittskarten, keinen Stehplätzen, Essen von Herrn Zinke, das die Gardemädels an die Plätze brachten, und einem Kinderprinzenpaar – Sebastian Helbig und Sylvia Heuduck – ging es auf eine frivole Reise nach Paris, unter dem Motto „Paris vor 100 Jahren“. Ein Kinderprinzenpaar hat der Verein bis heute beibehalten, und es ist immer wieder ein Gänsehauterlebnis, wenn diese beiden Mini-Hoheiten einmarschieren und den Fasching mit der Kussfreiheit eröffnen. Es gab außerdem einen Seniorenfasching, einen Kinderfasching und auch am Rosenmontag war der Saal voll. Über viele Jahre war der Niederhainer Frauenchor Stammgast zur Rosenmontagsfeier und es wurde mit den Damen immer viel gelacht.
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- Der erste Fasching 1995 in der Straßenschänke
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- Klaus Hoffmann, Rolf Müller und Matthias Görth „Die Goldenen Zwanziger„ 1997
Die erste Saison war geschafft, und viele sollten noch folgen. Die Kartennachfrage wurde immer größer, so dass in den folgenden Jahren auch Stehplätze angeboten wurden. 1996 feierte der Verein sein 30. Jubiläum, diesmal konnten die befreundeten Vereine in die Straßenschänke zur Jubiläumsfeier eingeladen werden. Da es noch keinen Raum gab, wo man sich umziehen und auf den Auftritt vorbereiten konnte, zog man sich im hinteren Teil der jetzigen Garderobe im Eingangsbereich um – wenig Platz, kalt und weit weg vom Geschehen. Die Tanzgruppe zog sich im linken Raum neben der Bühne um, dieser Raum war der Radballraum, die Radballer brachten dann ihre Räder in den Keller, später auf den Boden, denn diesen Raum nutzte man dann später für die Requisiten während des Programms. Ein Dankeschön an die Radballer, das war über viele Jahre eine große Hilfe!
Als dann das Farbeneck schloss, konnte der Verein einen Raum als Vereinszimmer nutzen und sich dort auch umziehen. 1999 begann Rainer Meier eine AB-Maßnahme in der Straßenschänke und mit Unterstützung der Gemeinde baute er eine Treppe in den rechten Raum neben der Bühne. Über diese Treppe konnte man dann auf den Dachboden gelangen. Da die ehemaligen Räume des Farbenecks ab 2001 wieder zur Gaststätte umgebaut wurden, war der Raum, den man als Vereinszimmer nutzte, nicht mehr verfügbar. Gretchen Petzold hätte sich sicher gefreut, dass aus ihrer Gastwirtschaft wieder eine Gaststätte wurde. Seit dem 1. Mai 2005 wird die Gaststätte und der Saalbetrieb ohne Unterbrechung bewirtschaftet, seit dem 2. März 2007 von Silvia Helm. Aber es gab die Möglichkeit, auf dem Boden einen Raum herzurichten, als Vereinszimmer. Und wieder war Rainer Meier zur Stelle, und mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern und finanzieller Unterstützung der Gemeinde wurde der Boden ausgebaut. Diesen Raum nutzt der Verein heute noch und möchte ihn nicht missen, alle Requisiten haben da oben Platz, aber auch die vielen Kostüme der Tanzgruppe hängen oben und man hatte über viele Jahre einen Raum für Versammlungen. Zu den Faschingsveranstaltungen wird dieser Raum ebenfalls von der Tanzgruppe und den NKC Girlies als Garderobe genutzt.
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- Der Niederhainer Frauenchor Rosenmontag 1998
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- Tanzgruppe 2000-Adina Herbst, Lucia Seltmann, Johanna Stahl, Nadine Borowy, Anja Dorn, Ivonne Lausch, Theres Burgold, Cathleen Hecker, Sabine Kauschke, Susann Görth
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- 2001“ Samba in Rio“ Theresa Burgold, Susann Görth, Lucia Seltmann, Nadine Borowy, Cathlenn Hecker, Johanna Stahl, Anja Dorn, Adina Herbst, Ivonne Lausch, Carolin Mahn, Sabine Kauschke
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- 2002 „Dschingis Khan“ Antje Heimer, Christa Görth, Rene Heimer, Olaf Zielke, Jan Görth, Sibylle Brandl, Carsten Helbig, Ronny Händel, Kerstin Börngen, Sören Lipfert, Grit Zielke, Heike Heuduck
2001 stand dann das 35. Jubiläum ins Haus und es gab zwei Veränderungen in diesem Jahr: Theresa Burgold übernahm die Tanzgruppe als Trainerin und Carsten Helbig war von nun an Präsident. Karlheinz Kühn war nach Altenburg gezogen und Sibylle hat aus beruflichen Gründen die Tanzgruppe in die Hände von Theresa übergeben.
Im Jahr 2003 hatte der Verein das Glück, dass Daniel Kappelle zur Tanzgruppe fand. Durch ihn konnte man aus einigen Tänzen etwas Besonderes machen, denn er brachte neue Ideen mit. In der Tanzgruppe tanzten in dieser Zeit Theresa Burgold, Daniel Kappelle, Anja Dorn, Nadine Borowy, Adina Herbst, Susann Görth, Caroline Mahn, Caroline Müller, Sabine Kauschke, Anja Brücher, Sissy Peiselt, Cathleen Hecker, Stephanie Peiselt, Sylvia Heuduck, Doreen Totzauer, Christin Bunn, Franziska Lange sowie Anne Reitzenstein, Maike Börngen, Tina und Madleen Herziger. Später kamen Nadine und Mandy Hartenstein, Kim Wende und Lisa Enge dazu. Einige tanzten nur kurz mit in der Tanzgruppe, andere dafür viele Jahre, und haben den Fasching mit ihren Tänzen zu etwas Besonderem gemacht. Die Tanzgruppe nahm auch an Wettbewerben teil. In Aken z.B. am „Wiesenpokal“ ertanzten sich Daniel, Theresa und Anja den 2. Platz zu dem Hit von Robbie Williams „Let me Entertain“. Außerdem folgten viele Teilnahmen am Funkencup in Rochlitz. Im Jahr 2010 erkämpfte man sich dann den ersten Platz mit dem Tanz „Mitternacht“ und im Jahr 2013 einen 2. Platz sowie 2015 einen 3. Platz.
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- Akener Wiesenpokal 2006
Außerdem fuhr der Verein viele Jahre zum Auftritt nach Weidensdorf, um die Senioren zum Fasching zu unterhalten oder auch viele Jahre nach Altkirchen. Altkirchen begann mit einer kleinen Anfrage, ob das Programm auch mal außerhalb von Niederhain aufgeführt werden würde. Man sagte zu und dann kam der Auftritt. Also packte man alle Requisiten, Kostüme, Zubehör für die Musik und den DJ Stephan Bog, in einen LKW, fuhr in Kolonne nach Altkirchen, packte dort alles wieder aus, inkl. Stephan, absolvierte das jeweilige Programm und begann dann ordentlich zu feiern. Trotz des Aufwands und der anfangs herausfordernden Begebenheiten, wurden in Altkirchen viele schöne Momente erlebt, von denen heute noch geredet wird und vor Lachen Tränen in den Augen stehen. Irgendwann war auch dieses Spektakel wieder vorbei, auch Narren werden älter, aber trotzdem, es waren 10 wunderschöne Vorstellungen, schön, dass man das erleben durfte. Danke Altkirchen!
Wettbewerbe, Auftritte und neue Generationen (2006–2010)
2006 beging der Verein sein 40. Jubiläum. In dieser Zeit gehörten zum Elferrat Präsident Carsten Helbig, Matthias Görth, Rainer Meier, Lars Heimer, Ronny Händel, Jörg Brandl, Sören Lipfert, Ralf Dittel, Jörg Kühn, Olaf Zielke, Thomas Reichert, Jan Görth, Gerhard Olbrich, Siggi Theil, Sebastian Helbig und Karsten Olbrich. Und natürlich darf man auch die Frauen nicht vergessen, die nicht nur im Hintergrund, sondern auch im Programm mitwirkten: Christa Görth, Heike Heuduck, Sibylle Brandl, Ines Kühn, Sylke Helbig, Kerstin Börngen, Grit Zielke, Conny Reichert, Karin Olbrich, Daggi Theil und Mandy Olbrich. Außerdem gehörten Maria und Chris Dittel, Lysann Kaufmann, Michael und Oliver Reichert, Björn Heimer, Benny und Ronny Kühn sowie Sebastian Zielke dazu, auch die Kinder hatten ihren Auftritt im Programm.
Nachdem schon zwei volle Faschingswochenenden hinter dem Verein lagen, kamen am 19. März die Karnevalsvereine des Altenburger Landes in den Saal, und das bei einem, heute nachrichten-würdigen, Schneegestöber. Der Start verzögerte sich, da die Straßen nicht geräumt waren und die Gäste mit Verspätung eintrafen. Das Programm vor heimischem Publikum war super angekommen, aber vor anderen Faschingsvereinen aufzutreten, ist etwas ganz anderes, die Aufregung stieg und endlich waren alle da und es konnte losgehen. Eine Besonderheit war diesmal, dass die Männer des Elferrates zusammen mit den Mädels der Tanzgruppe das Programm mit einem Walzer eröffneten. Schon der Einmarsch mit den wunderschönen Walzerkleidern entlockte allen ein Raunen und Beifall. Der Überraschungseffekt war gelungen. Mit jeder Programmnummer, jedem Zugabe-Ruf und jedem Applaus fiel auch die Aufregung langsam von allen ab. Das Programm endete wie immer mit einem Abschlusstanz und den obligatorischen Wunderkerzen. Und dann erlebte der Verein etwas, was so noch nie erlebt wurde: Alle erhoben sich von den Plätzen und der Applaus schien nicht enden zu wollen. Im Namen aller kam der damalige Präsident des Karnevalsclub Rositz, Benno Moller, nach vorn und bedankte sich für das Programm. Spontan folgten ihm alle anderen Präsidenten, sie reihten sich in das Abschlussbild ein, dann stimmte jemand ein Lied an und der ganze Saal wurde zum Chor. So etwas vergisst man nicht!
2006 verließ dann Theresa Burgold die Tanzgruppe und den Verein, um in Leipzig Zahnmedizin zu studieren, und Anja Dorn übernahm zusammen mit Daniel Kappelle die Tanzgruppe. Es gab wieder einige Wettkämpfe und auch Auftritte, so z.B. in Lohma zum Pfingstfest, zu Geburtstagen, in der Lebenshilfe in Altenburg, im Seniorenheim Klausa, beim DRK Lohma oder auch der Agrargenossenschaft Lgl.-Niederhain. So war der Verein auch nach der Faschingssaison immer mal unterwegs. Auch wurde der Verein jedes Jahr zu Jubiläen der anderen Vereine eingeladen. Es war immer sehr schön und auch spannend zu sehen, was die anderen Vereine im Petto hatten und einfach mal nur Gast zu sein.
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- 2004 „ Antike“ die Sportler Sören Lipfert, Rainer Meier, Lars Heimer, Jan Görth, Thomas Reichert, Ronny Händel, Jörg Kühn, Ralf Dittel, Im Hintergrund die Tanzgruppe und Carsten Helbig
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- 2007 „ Im Märchenland“ der Siebengeißlein Tanz Ines Kühn, Jan Görth, Daggi Theil, Thomas Reichert, Heike Heuduck, Kerstin Börngen, Olaf Zielke, Matthias Görth Im Hintergrund: Lars Heimer, Ronny Händel, Gerhard Olbrich und Conny Reichert
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- 2009 „ Himmel und Hölle“ die Tanzgruppe mit Nadine Borowy, Anne Reitzenstein, Madeleine Herziger, Cathleen Hecker, Sissy Peiselt, Sylvia Heuduck, Lisa Walter, Anja Dorn, Christin Bunn, Adina Herbst, Stephanie Peiselt, Daniel Kappele und Carsten Helbig Versteckt in den blauen Säcken Franziska Lange und Sylvia Heuduck
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- 2010 die Blue Man Group „ Im Weltall“ Ronny Händel, Christian und Michael Trenkmann, Sebastian Helbig
Außerdem gab es außer Fasching auch noch andere Veranstaltungen in der Straßenschänke, die der Verein organisierte, so z.B. einen Tanz in den Mai, Sommernachtsball, Faschingseröffnung am 11.11. mit Schlüsselübergabe, Weihnachtstanz und Silvestertanz. Den „Tanz in den Mai“ organisiert nun der Feuerwehrverein, was sehr gut im Kastanienpark angenommen wird. Aus dem „Sommernachtsball“ in der Straßenschänke wurde das Laternenfest im Kastanienpark und wenn der 11.11. auf einen Samstag oder Sonntag fällt, wird auch die Schlüsselübergabe am Gemeindeamt durchgeführt. Aus dem „Weihnachtstanz“ wurde der Weihnachtsmarkt, mit Weihnachtsmann, Programm vom Kindergarten, Waffeln, Bratwürsten und Glühwein. Werner Brose kam Anfang der 90er Jahre als Weihnachtsmann auf den Parkplatz und verteilte kleine Beutel mit Süßigkeiten an die Kinder. Um dieses Engagement abzurunden und daraus ein kleines Fest zu gestalten, wurde angefragt, ob es möglich ist, dass Bratwürste und Glühwein mit verkauft werden. Viele Jahre kam der Weihnachtsmann Werner auf den Parkplatz und später an die Kegelbahn und verteilte seine Aufmerksamkeiten, später kam er dann in Begleitung eines Wichtels. Irgendwann hat er dann die Weihnachtsmann-Rolle abgegeben, nun heißt der Weihnachtsmann schon seit einigen Jahren Ronny und kam dann immer mit eigenem Fahrer und später dann auch mit einer Weihnachtsfrau.
Außer dem jährlichen Wandertag im September, fährt der Verein, wenn es die Zeit erlaubt, alle paar Jahre über ein Wochenende weg. Man war bereits im Spreewald, dem Elbsandsteingebirge zum Wandern oder in Wallenfels zum Flössen, natürlich immer mit der Familie und den Kindern. Das war und ist immer wichtig. Über viele Jahre haben Rolf und Christa Müller die Wandertage organisiert oder sie haben bei der Durchführung unterstützt. Dabei haben sich die beiden immer etwas Lustiges einfallen lassen, wie z.B. als plötzlich auf dem Weg zur Höllmühle in Chursdorf, Jochen Müller im Wald stand mit Bratwurst vom Grill und einem Kaltgetränk für alle oder als die beiden im geschlossenen Bahnhof in Beiern mit Kaffee und Kuchen in der Gepäckaufbewahrung überraschten. Heute organisiert der Präsident die Wandertage zusammen mit seiner Frau und Christa Görth, und der Wandertag ist wie seit über 30 Jahren immer noch eine Überraschung für alle, denn niemand weiß, wo es hingeht.
Am 27.2.2010 fand in Altenburg der VII. Narrenkongress des Landesverbandes Thüringer Karnevalsvereine, organisiert vom Faschingsverein Motor Altenburg, statt. Alle Präsidenten Thüringer Karnevalsvereine waren in Altenburg im Pflug zu Gast und die Vereine des Altenburger Landes waren für den gemütlichen Teil der Abendveranstaltung zuständig.
Auch der NKC war dazu eingeladen und zeigte Ausschnitte aus dem eigenen Programm. Neben einem lustigen Abend war und ist es natürlich immer wieder spannend, bei solchen Veranstaltungen die Programme der anderen Vereine zu sehen. Doch mit etwas Abstand betrachtet, wurde allen klar: Zu Hause ist’s am schönsten – Straßenschänke bleibt Straßenschänke!
Neue Gruppen, neue Erfolge und ein starkes Miteinander (2011–2019)
2011 feierte der Niederhainer KarnevalsClub sein 45. Jubiläum. Nach zwei anstrengenden, aber sehr schönen Faschingswochenenden waren auch wieder die befreundeten Vereine zu Gast und es wurde ausgelassen gefeiert. Besonders erfreulich war, dass sich neue Mitglieder dem Verein anschlossen: Christian Trenkmann, Michael Trenkmann, Axel Brehmer, Jörg Beutel, Tobias Zielke, Martin Kühn, Pierre Liebesch, Hanno Strauch, Till Görth, Lukas Heimer, Stephanie Schmiedel und Annika Weckel. In der Tanzgruppe gab es immer wieder Wechsel – einige Mädels hörten auf, weil sie zum Studium gingen oder wegzogen, andere entdeckten ihre Lust am Tanzen und fanden den Weg zum NKC. Zu den Tänzerinnen zählten Daniel Kappelle, Anja Dorn, Nadine Borowy, Adina Herbst, Franziska Lange, Sissy Peiselt, Stephanie Peiselt, Maike Börngen, Anita Heinich, Anna Kuschke, Cheyenne Reitzenstein, Tina Herziger, Madeleine Herziger, Sylvia Heuduck, Lisa Walter, Anne Reitzenstein, Anja Brücher, Christin Bunn, Doreen Totzauer, Vivien Jäschke, Adriana Rost, Luisa Herziger sowie Michaela Steinbach. Viele von ihnen halten dem Fasching und der Tanzgruppe bis heute die Treue.
Seit der Jubiläumssaison 2011 gibt es auch eine Kindernachwuchsgruppe, gegründet von Melanie Eckebrecht und Tina Ackermann. Die Kleinsten sind teilweise erst drei bis vier Jahre alt, und es ist immer wieder eine große Freude, sie tanzen zu sehen.
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- Melanie Eckebrecht und Tina Ackermann 2011 mit der Kindergruppe mit Leni Eckebrecht, Anne Friedemann, Sophia Westphal, Johanna Bemann, Leonie Schlichter und Hannah Büttner
Im Januar 2011 erhielt der Verein die Anfrage, im Prima Einkaufs Park in Grimma an einem Samstag mit dem Faschingsprogramm die Besucher zu unterhalten. Man sagte zu, fuhr am 12. Februar 2011 mit mehreren Autos nach Grimma und präsentierte das volle Programm: Gardetanz, das Märchen Rotkäppchen, den „Bolly Promi Tanz“, die sieben Zwerge mit der Biene Maja, die Tanzgruppe mit dem Michael Jackson Stocktanz, die Männer mit dem „Hey Big Spender“ Stuhltanz, Ronny mit „Mama“ und dem jodelnden Pausenfüller, der Affenkönig mit seinen Affen, ein Can Can und als Abschluss der Stepptanz. Die Tanzgruppe verteilte Pfannkuchen an die Besucher. Geschafft, aber glücklich, fuhr man nach Hause.
Auch außerhalb der Saison gab es immer wieder Auftritte, sogar über Ländergrenzen hinweg. So fuhr der Verein nach Cham, um bei der Weihnachtsfeier der dortigen Sparkasse für den gemütlichen Teil zu sorgen. Dieser Auftritt wurde gleich als verlängertes Wochenende genutzt, um die Gegend zu erkunden und wandern zu gehen. Mit dabei war, wie immer bei Ausfahrten mit dem Bus, Busfahrer Steffen Totzauer, der die Gruppe schon so manches Mal sicher und munter nach Hause brachte. Dankeschön, Steffen!
2013 übergab Anja Dorn die Leitung der Tanzgruppe an Daniel Kappelle, kehrte aber zurück und trainiert seitdem gemeinsam mit Melanie Eckebrecht, Tina Ackermann und Nadine Eichler die kleinen Tänzerinnen, die NKC Kids. Auch diese treten zu bestimmten Anlässen auf. Einige der Mädchen, die 2011 angefangen haben zu tanzen, sind den Kinderschuhen entwachsen und tanzen nun bei den NKC Girlies, trainiert von Tina Heinke und Franziska Lange. Anne Friedemann, Hannah Büttner, Leonie Schlichter und Leni Eckebrecht begannen 2011 bei den NKC Kids zu tanzen und gehörten zum Fasching 2020 bereits zur Garde.
2014 hatte der Verein mit Cora Reichart und Julian Wilkens ein Funkenpaar – beide damals erst elf Jahre alt, aber sie machten ihre Sache großartig. Heute tanzen die beiden bei allen anderen Tänzen mit.
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- Cora Reichert und Julian Wilkens
2016 wurde das 50. Jubiläum gefeiert, unter dem Motto „50 Jahre sind vollbracht – der NKC lädt zur Goldenen Jubiläumsnacht“. Aus den Höhepunkten der vergangenen vier Jahre wurde ein Jubiläumsprogramm zusammengestellt und an zwei ausverkauften Wochenenden sowie am 26. Februar den geladenen Gästen präsentiert. Es war wieder sehr aufregend für alle, aber eine wunderschöne Saison ging zu Ende.
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- Vereinsfoto anlässlich des 50. Jubiläums
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- Luftpumpenorchester
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- Die Muppet Show
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- Burlesque
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- Paartanz zum 50. jährigen Jubiläum
Im selben Jahr wurde die zweite Kindertanzgruppe, die NKC Girlies, unter der Leitung von Franziska Lange und Tina Heinke gegründet. Die NKC Girlies wurden ins Leben gerufen, um den Kindern, die zu groß für die Kids, aber noch zu jung für die Garde waren, ein weiteres tänzerisches Zuhause im Verein zu geben.
2017 gab es einen Wechsel an der Spitze der Trainer der NKC Kids: Theresa Burgold, Anja Lipfert und Nadine Eichler übernahmen die Gruppe, die im Laufe der Jahre immer weiter an Anzahl zugenommen hat.
2018 konzentrierte sich der Verein auf den Nachwuchs. Gleich am 2. Januar kam das erste Faschingsbaby Hugo zur Welt, im April folgte Karl, im Juli Emilia, im August erst Lenna und dann Yorik, und im September kam Leopold als sechstes Faschingsbaby zur Welt – für Nachwuchs war also gesorgt! Zur Saison 2018/2019 waren die Mamas wieder fit und es konnte im Verein weitergehen.
Organisation, Zusammenhalt und Herausforderungen (2019–2023)
Nach dem Fasching ist immer vor dem Fasching. Stephan Bog ist seit 24 Jahren eine große Hilfe bei der Musik – zuerst beim Suchen der passenden Musik und Geräusche, am Ende dann beim sekundengenauen Zusammenschneiden. Dankeschön, Stephan!
Aktuell gehören zur Abteilung etwa 47 Mitglieder. Am längsten dabei sind Rainer Meier seit 1970/71 sowie Christa und Matthias Görth, die seit 1976 dabei sind. Die Familie Görth ist mit drei Generationen im Verein verwurzelt. Die Tanzgruppe, die NKC Kids und Girlies trainieren das ganze Jahr, die Tanzgruppe sogar zweimal die Woche. Neben der Choreografie für ihre Tänze bereitet die Tanzgruppe auch die Tänze für die Männer und den Abschlusstanz vor – das bedeutet immer viel Arbeit: Musik suchen, Schritte üben, alles in einer Choreografie zusammenstellen und dann kommt das Schwerste – alle anderen müssen es dann auch so umsetzen. Das ist nicht leicht, hat aber immer super funktioniert.
Zur Vorbereitung für die jeweils neue Saison treffen sich alle mit der Tanzgruppe zusammen, über den Sommer einmal bis zweimal im Monat, um ein Programm erstmal auf Papier zu bringen. Es wird jedes Jahr schwerer, ein Programm zusammenzustellen – viele Ideen werden von allen zusammengetragen, wieder gestrichen, wieder neu dazugeschrieben. Aber irgendwann steht das Programm, und dann wird sich jede Woche ein bis zweimal getroffen, um zu üben. Dann steigt im Januar die Aufregung und jeder will nur noch, dass es endlich losgeht. Eine Woche wird dann der Saal der Straßenschänke geschmückt, freitags Generalprobe und endlich geht es los. Wenn die erste Veranstaltung ohne Zwischenfälle über die Bühne gegangen ist, dann fällt von allen auch eine enorme Last ab. Ein Jahr hat man diesen Fasching vorbereitet, ein Jahr Freizeit investiert, und man hat es wieder geschafft, man schaut in fröhliche und glückliche Gesichter – alles richtig gemacht!
Und irgendwie hat man es wieder hinbekommen, dass jeder eine für sich passende Rolle bekommt. Ob als Modezar oder in Frauensachen, als Pink Panther, Zauberer oder Clown, den ganzen Abend durchs Programm zu führen oder als Duo den gefühlten ganzen Abend Witze zu erzählen, zu singen, zu tanzen oder ein Gedicht vorzutragen, mit dem Tütü auf dem Seil zu tanzen oder mit dem Pferd einen Parcours zu reiten, ob Andreas Gabalier, Cordula Grün oder als „Besen“, als Horde wilder Tiere zu tanzen oder die richtigen Requisiten zur richtigen Zeit hinzuräumen, die passende Musik einzuspielen oder darauf zu achten, dass jeder zur Zeit fertig ist und auch sein Kostüm anhat – die Kids mit ihrem „Manege frei“-Tanz, die Girlies mit dem „Zirkus Tanz“ und natürlich die Tanzgruppe mit ihren immer wieder so mitreißenden Tänzen, um zum Abschluss mit dem Helikopter 117 in die neue Saison zu starten.
Eine große Unterstützung ist Sylvia Helm mit ihrem Team der Straßenschänke – die Bereitstellung des kleinen Gaststättenraums als Garderobe und des Raums links neben der Bühne für die Aufbewahrung der Requisiten während der Veranstaltungen, wie schon zu Radballzeiten, stellt sie zur Verfügung. Danke, Sylvia, das erleichtert vieles! Auch beim SV Lgl.-Niederhain und bei der Gemeinde Lgl.-Niederhain findet der Verein immer ein offenes Ohr, wenn Hilfe benötigt wird. Auch dafür ein großes Dankeschön!
Eigentlich sollte 2021 das 55. Jubiläum groß gefeiert werden. Schon 2020 begann man, sich um neue Gardekostüme zu kümmern. Die alten, mittlerweile 25 Jahre alten Kostüme, waren in die Jahre gekommen, und irgendwann konnte man auch nichts mehr reparieren. Die Kostüme waren sehr teuer, aber mit Unterstützung vieler Unternehmen aus der Region, vieler Privatpersonen, der Sparkasse und Lottomitteln aus Erfurt gelang es, die Gardemädels mit neuen Kostümen auszustatten. Es war mit viel Organisation verbunden, bis sie endlich die Kostüme, geschneidert von der Firma Hut und Putz in Altenburg, anprobieren konnten. Das Leuchten in ihren Augen, als sie die Kostüme das erste Mal anhatten, hat für alles entschädigt. Nun hoffte man, im nächsten Jahr durchstarten zu können, um die verlorene Jubiläumssaison nachzuholen, denn:
„Ein Leben ohne Fasching ist möglich, aber sinnlos!“
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- Die neuen Gardekostüme
Die unfreiwillige Zwangspause ging weiter bis einschließlich der Saison 2022. Die Pandemie stellte den Verein, wie viele andere auch, vor eine harte Probe. Nicht nur das 55-jährige Jubiläum fiel aus, sondern auch alle anderen Veranstaltungen, die vom NKC veranstaltet worden wären.
Ein neues Kapitel: Das 60. Jubiläum und der Blick in die Zukunft (2023–2026)
2023 bis 2026 – es geht weiter Richtung Jubiläum. Die Pandemie ist vorbei und endlich kann wieder gefeiert werden. Geplant war eigentlich, das 55-jährige Jubiläum nachzuholen, aber man einigte sich darauf, das 60-jährige dann lieber gebührend zu feiern. Alle atmeten auf und der Verein ging stärker denn je aus dieser Krise hervor.
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- 2023 – Rettungsübung auf Deck 4
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- 2023 – Männertanz Wellerman
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- 2024 – Babylon Berlin
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- 2024 – Tanz der NKC Gierlies
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- 2025 – Tanzgruppe „Shum“
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- 2025 – Irrlichter
2026 war es dann endlich so weit: Das langersehnte Jubiläum wurde gefeiert. Das letzte große Fest lag stolze zehn Jahre zurück. Umso mehr freute sich der Verein darauf und war gleichermaßen aufgeregt. Der Verein umfasst mittlerweile fast 90 Leute, die im Vorder- oder Hintergrund dafür sorgen, dass die Programme immer wieder ein Erfolg werden.
Im Anschluss an die Jubiläumsveranstaltung nutzte man diesen besonderen Rahmen, um innezuhalten und Danke zu sagen – für jahrelange Treue, unermüdlichen Einsatz und unzählige Stunden, die in den Verein investiert wurden. Geehrt wurden unter anderem Christa und Matthias Görth, die Trainer der Tanzgruppen sowie Carsten und Sylke Helbig. Ihre Arbeit im Hintergrund und auf der Bühne hat den NKC über viele Jahre hinweg geprägt.
Mit vielen liebevollen und sehr persönlichen Worten verabschiedete man außerdem sechs Mitglieder der Großen Tanzgruppe. Es waren Worte, die spürbar aus tiefstem Herzen kamen – voller Dankbarkeit für gemeinsame Trainings, Auftritte und Erlebnisse. Auch wenn sie die aktive Tanzgruppe verlassen, bleiben sie dem Verein treu und bringen sich künftig an anderer Stelle ein.
Ein besonderer Moment war auch der Abschied von Gerhardt Olbrich, der das Kulissenteam über viele Jahre hinweg zuverlässig unterstützt hat. Sein Engagement im Hintergrund war für den Verein von unschätzbarem Wert.
Und schließlich war dieser Abend auch ein bedeutender Schritt für die Zukunft des Vereins. Nach 25 Jahren an der Spitze entschied Carsten, sein Amt als Präsident in neue Hände zu legen. Seit dem Jahr 2001 hatte er den NKC mit Herz, Engagement und großer Verantwortung geführt. Für viele war und ist er weit mehr als nur ein Präsident – er ist Wegbegleiter, Ansprechpartner und ein Stück NKC-Geschichte.
Mit großem Vertrauen übergab er sein Amt an Daniel Brehmer. Daniel ist seit 2003 Teil der Tanzgruppe und kennt den NKC von Grund auf. Dass jemand aus den eigenen Reihen diese Aufgabe übernimmt, macht diesen Wechsel besonders. Der Moment war spürbar emotional – geprägt von Dankbarkeit für das Geleistete und Zuversicht für das, was vor dem Verein liegt.
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- Verabschiedung Mitglieder der Tanzgruppe
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- Übergabe Staffelstab von Carsten Helbig an Daniel Brehmer
Fazit:
Die Geschichte des Niederhainer Karnevalsclubs ist eine Geschichte von Gemeinschaft, Kreativität, Zusammenhalt und unzähligen unvergesslichen Momenten. Über sechs Jahrzehnte hinweg haben Generationen von Mitgliedern, Helfern und Unterstützern den Verein geprägt und weiterentwickelt.

